Rotes Rathaus

Rotes Rathaus

Hallo, auch wir in cornaer Schieflage, Herr M.? Weltende?

Jakob van Hoddis (1887-1942)

Weltende

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Dom

Dom

Vom Schloss bedarf es nur einer 90-Grad.-Wednung zum Dome mit seiner Hohenzollerngruft …

Da fallen meinem Master „Die weinenden Hohenzollern“ von Tucholsky ein:

Sie sitzen in den Niederlanden
und gucken in die blaue Luft.
Der Alte mit den hohen Granden,
der Junge in der Tenniskluft.

Wer fuhr denn – töff-töff-töff – nach Holland,
woraus man heut sich traurig sehnt?
Sie klagen, ihre Welt sei Moll-Land …
Vater hat jeweent, Willy hat jeweent –
Alle ham se jeweent!

Untern Linden

Untern Linden

Blamier mich nicht, mein schönes Kind,
Und grüß mich nicht unter den Linden;
Wenn wir nachher zu Hause sind,
Wird sich schon alles finden.
Heine (1797-1856)

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Im Herzen der leeren Stadt, wo West und Ost symbolträchtig aufeinandertreffen.

Ein Blick nach links im Osten … (im Foto spiegelverkehrt nach rechts – geht eben immer beides!)

Ein Blick nach rechts im Westen … (im Foto spiegelverkehrt nach links – geht eben immer beides!)

Bei deutscher Einheit und Bürgersinn assoziiert mein Master schonwieder was, also: Raus damit!

Im Krug zum grünen Kranze,
Da kehrt ich Wandrer ein:
Da saß ein Bürger drinnen
Am Tisch beim kühlen Wein.

Ich tät mich zu ihm setzen,
Ich sah ihm ins Gesicht,
Das schien mir gar befreundet,
Und dennoch kannt‘ ich‘s nicht.

Da hub er an zu fragen:
„Gesell, wie steht’s zu Haus?
Und mit dem Sinn der Bürger,
Wie sieht es bei euch aus?“

Ich sprach: „Sie sind verbunden
Und halten wacker stand,
Den freien Sinn zu hegen
Im Dorf und rings im Land.“

Da sah auch mir ins Auge:
„Der Freiheit gilt’s, wohlan!
Ihr ist in alter Liebe
auch mein Herz zugetan.“

Hei, was die Gläser klangen,
Es brannte Hand in Hand:
„Es lebe das Recht, die Freiheit,
Herzbruder, im Vaterland!“

Das Original „Büderschaft“ aus der Feder von Wilhelm Müller (1794-1827), dem wir die von Schubert vertonten Liedzyklen „Die schöne Müllerin“ und „Die Winterreise“ verdanken, wurde 2013 von Zupfgeigenhansel adaptiert. Seltsamerweise findet man unter den Lyrics im Netz nur das Müller’sche Gedicht, aber niemals die Zupfgeigenhansel-Version. Warum nur?

Schwupps, schnell weg …!

Und dies waren die lausigen Anfänge meines Masters mit Brackenfotos vor Berliner Monumenten. Peinlich, was?

Reichstag

Reichstag

Vom Hauptbahnhof über die Brücke …

… zum Bundeskanzleramt …

… keiner da? – Dann weiter zum Reichstag, wo unsere pragmatische Bundeskanzlerin ihre pragmatischen Entscheidungen fällt. Da! Vielleicht kommt sie ja raus?

Ich gucke mal so’n bisschen ömmelig …

… oder so richtig deppert …

… oder so …

… och, Mensch! …

Jetzt isse auch noch in Schieflage geraten, die Kanzlerin mit ihrem Reichstag.